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Bestände aus der Zeit des Alten Reiches

Aus der Zeit des Alten Reiches, das vom Mittelalter bis zur Französischen Revolution Bestand hatte, besitzt das Stadtarchiv Trier als Kernbestand:

A) Städtische Überlieferung, die sich nach klassischen Kriterien folgendermaßen gliedern lässt (Urkunden und Bestand Ta):

  • Urkunden; älteste Urkunde von 1149: Zollvertrag mit der Stadt Köln. Die Urkunden werden verstreut in den Urkundenbeständen A - Z und vor allem in den Urkundenkästen Tr aufbewahrt.
  • Rechnungen: verschiedene Rechnungsserien ab dem 14. Jahrhundert: Rentmeisterie (1363), Baumeisterei (1454), Schützenmeisterei (1457), Biermeisteri (1487), Mühlenmeisterei (1514) etc.
  • Ratsprotokolle vollständig erhalten ab 1580, vorherige Existenz aus einem Einzelblatt von 1569 erschließbar. Die Ratsprotokolle von vor 1580 wurden nach dem kaiserlichen Richtspruch von 1580, dass Trier keine Reichsstadt sei, von der kurfürstlichen Verwaltung konfisziert und sind verschwunden.
  • Steuerbücher (Ungeld <Volleiste von 1363> und Vermögenssteuer, Gereuschsteuer), Gerichtsbücher (Gütliche Verhöre, Reichsunmittelbarkeitsprozess).
  • Akten, teilweise thematisch zusammengefasst (Zunftwesen) oder nach einer Archivordnung aus der Mitte des 18. Jahrhunderts nach Betreffen von A - Z aufbewahrt.

B) Archiv der Obererzstiftischen Landstände (Bestand L):

  • Landtagsprotokolle (1456)
  • Schatzungsrechnungen und -register, Landmaßgelder, Schirmgulden und Nahrungsgeld
  • Steuerlisten der Ämter des Obererzstifts (ab 1624)
  • Aktenüberlieferung nach Betreffen von A - Z.

C) Das Depositum Vereinigte Hospitien (Bestand DVH):

Durch Dekret Napoleons wurden 1804 die bei den Klöstern und Stiftern befindlichen sowie die unter städtischer Verwaltung stehenden Wohltätigkeitseinrichtungen zu den Vereinigten Hospitien Triers zusammengelegt. Sowohl die Archive (seit dem 14. Jahrhundert) der einzelnen Institutionen als auch der Immobilienbesitz gingen an die VH über.

Bedeutende Einzelprovenienzen in dem Bestand: Elisabeth-Hospital bei St. Maximin, das Hospital St. Nikolaus bei St. Matthias, das Hospital St. Nikolaus beim Simeonstift, St. Afra, St. Agneten, Bürgerhospital St. Jakob, Waisenhaus.

D) Splitterbestände Trierer Klöster

Obschon die Archive der durch die Säkularisation 1802 aufgehobenen geistlichen Institutionen staatliches Eigentum wurden und bleiben sollten, sind zahlreiche Archivalien, darunter besonders viele Urkunden und Amtsbücher und weniger Einzelakten, in Privatbesitz gelangt. Von dort gelangte etliches in die einzige Sammelstelle für Kulturgut und vor allem schriftliche Überlieferung, die Stadtbibliothek Trier. Da meist mit der Hand geschrieben, wurde dieses Schriftgut dem Bibliotheksgut gleichgesetzt und in die Handschriftenbestände der Stadtbibliothek integriert. Dort befinden sich die meisten Amtsbücher - bei ihnen handelt es sich in erster Linie um Chartulare und Kopiare - noch heute. Erst nach dem Zweiten Weltkrieg wurden die Urkunden unter Richard Laufner dem Stadtarchiv zugeschlagen.

  • Urkunden A - Z, aus zahlreichen Klöstern des Trierer Landes, vornehmlich aus dem ehemaligen Saardepartement und zusätzlich aus Echternach.Älteste Ausfertigung von 895,
  • Fälschungen bis ins 7. Jahrhundert zurückreichend; auffällig ist die große Anzahl der älteren Herrscher- und Papsturkunden. Der größte Teil der Urkunden stammt aus Echternach, St. Maximin, Himmerod, St. Matthias, St. Simeon und Prüm.

E) Depositum Archiv der Reichsgrafen von Kesselstatt (DK):

Das Archiv der Reichsgrafen von Kesselstatt ist das größte und bedeutendste Adelsarchiv der südlichen Rheinlande; dessen ältere Teile aus der Zeit des Alten Reiches wurden 1909 im Staatsarchiv Koblenz deponiert, dort geordnet und verzeichnet und in Findbüchern zugänglich gemacht. Im Jahre 1955 wurde das Archiv auf Wunsch der Familie mit der Altregistratur vereinigt und im Stadtarchiv Trier hinterlegt.

Es besteht wie jedes klassische Archiv aus:

  • Urkunden (Publikation in Vorbereitung)
  • Die Amtsbücher und Akten aus der Zeit des Alten Reiches sond durch Findbücher erschlossen.
  • Jüngere Amtsbücher und Akten sind nur unzulänglich durch Karteien erschlossen.