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Inkunabeln in der Stadtbibliothek Trier

Gutenbergbibel, Doppelseite
Gutenbergbibel, Doppelseite

Die Sammlung

Zu Beginn der 50er Jahre des 15. Jahrhunderts wurde durch Johann Gutenberg in Mainz die Buchdruckerkunst erfunden, die es durch den Gebrauch beweglicher Lettern ermöglichte, Texte aller Art in beliebiger Anzahl zu vervielfältigen. Nach schleppenden Anfängen fanden die gedruckten Werke schnell Verbreitung, und innerhalb weniger Jahrzehnte ersetzten die Bildungsschichten und Institutionen, die bereits handschriftliche Bücher besessen hatten, ihre handschriftlichen Texte durch die neuen Drucke. Dadurch wurden viele Handschriften obsolet und in Buchbinderwerkstätten zum Neubinden der gedruckten Bände benutzt.

Auch in den Trierer Klöstern war dies der Fall, und von der wohlhabenden Abtei St. Maximin schätzt man, dass ca. 1000 Inkunabeln, so nennt man die Bücher, die vor dem 1.1.1501 gedruckt wurden, angeschafft wurden; dafür wurden auf der anderen Seite mehrere nach heutigen Begriffen überaus kostbare karolingische Handschriften, darunter zwei Bibeln, makuliert.

Bis zum Ende des Alten Reiches blieben die Inkunabeln in ihren geistlichen Bibliotheken. Bei der nachfolgenden Säkularisation der religiösen Institutionen durch die französische Besatzungsmacht gelangten sie wie aller Mobiliar- und Immobiliarbesitz in das Eigentum des französischen Staates. Nach der Beschlagnahme mehrerer hundert Exemplare für das geplante Nationalmuseum in Paris gelangten die übrig gebliebenen Bücher in die Öffentliche, ab 1805 Stadtbibliothek Trier. Von dort wurden während des gesamten 19. Jahrhunderts bis Anfang der 30er Jahre des 20. Jahrhunderts angebliche Dubletten verschenkt oder verkauft, um den mehr als dürftigen Bibliotheksetat aufzustocken. Angebliche Dubletten heißt, dass zwar das Druckbild identisch war, dass aber sämtliche Metadaten wie Einbände, Buchillustrationen, Besitzvermerke oder sonstige Zusatzinformationen unberücksichtigt blieben. Von dem einkommenden Geld wurden neue Bücher angeschafft und allenfalls vorhandene Inkunabeln restauriert, aber keine Bestandsergänzungen gekauft.


Die Erschließung

Im Jahre 1910 erschien ein gedruckter Katalog für alle Trierer (inklusive der in Kirchenbesitz befindlichen) Inkunabeln mit insgesamt 2482 gedruckten Nummern. Die Trierer Bibliotheken haben keine Kriegsverluste erlitten. Für die kirchlichen Bibliotheken sind inzwischen Neukatalogisierungen erschienen, ein Katalog der Inkunabelbestände der Stadtbibliothek wurde von Prof. Dr. Reiner Nolden erstellt und ist 2015 im Harrassowitz-Verlag erschienen. Auf Grundlage der Daten dieses Kataloges wurden die Inkunabeln in unseren Online-Katalog eingepflegt.


Die Benutzung und Bestellung

Für die Benutzung von Inkunabeln bitten wir um vorherige schriftliche Anmeldung. Füllen Sie dafür bitte das nebenstehende Downloadformular, das auch die Benutzungsbedingungen beinhaltet, aus und senden Sie es uns zu.

Bestellen können Sie die gewünschte(n) Inkunabel(n) über unseren Online-Katalog. Geben Sie dazu in das Suchfeld der Einfachen Suche mit dem Suchkriterium "Mehrere Felder" (voreingestellt) origink sowie einen weiteren Suchbegriff ein (z.B. Verfasser und/ oder Teile des Titels).

Beispiel: Geben Sie in das Suchfeld origink schedel ein, wenn Sie eine Inkunabel-Ausgabe der Schedelschen Weltchronik bestellen möchten.


Bestellen von Digitalisaten

Abhängig vom Zustand der Inkunabel besteht für Sie die Möglichkeit, digitale Kopien zu bestellen. Für Anfragen verwenden Sie bitte das Kontaktformular.