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Schatzkammer

Das Fortwirken Roms in der Bildungsgeschichte des Mittelalters

Gemma Constantiniana, Achat, 28 x 21 cm, 3,027 kg, Entstehung: Rom, um 315/16. Einfassung: Amsterdam 1628, Umarbeitungen im 18. und 19. Jahrhundert. Herkunft: Leiden, Rijksmuseum van Oudheden (Inv.-Nr. GS-11096) (Bildrechte: Rijksmuseum van Oudheden, 2301 EC Leiden, Belgien, Fotograf: Robbert Jan Looman)
Gemma Constantiniana, Achat, 28 x 21 cm, 3,027 kg, Entstehung: Rom, um 315/16. Einfassung: Amsterdam 1628, Umarbeitungen im 18. und 19. Jahrhundert. Herkunft: Leiden, Rijksmuseum van Oudheden (Inv.-Nr. GS-11096) (Bildrechte: Rijksmuseum van Oudheden, 2301 EC Leiden, Belgien, Fotograf: Robbert Jan Looman)

Vom 25. Juni bis 27. November 2022 präsentiert die Schatzkammer eine Sonderausstellung unter dem Titel: „Das Fortwirken Roms in der Bildungsgeschichte des Mittelalters“ im Rahmen der Landesausstellung zum Untergang des Römischen Reiches. Präsentiert werden kostbare Handschriften und frühe Drucke von exquisiter Qualität und internationalem Rang.

Die Ausstellung widmet sich einem Aspekt, der häufig übersehen wird. Der Untergang Roms gegen Ende des 5. Jahrhunderts bedeutete kein vollständiges Verschwinden der römischen Kultur. Das christliche Mittelalter griff diese Kultur auf und führte sie in veränderter Form fort. Sprache, Literatur und Kunst des Mittelalters beruhen in weiten Teilen auf dem Erbe der römischen Antike.

Die Konzeption der Sieben Freien Künste zeigt, wie stark die Nachwirkungen Roms im Bereich der Bildung waren. Der Kanon der Bildung umfasste Grammatik, Rhetorik und Dialektik als Künste, die auf der Sprache basierten. Hinzu kamen Geometrie, Arithmetik, Astronomie und Musik als Künste, die auf der Zahl basierten. Gemeinsam bildeten die sieben Disziplinen schon in der Antike das Fundament jeglicher Bildung. In christianisierter Form wurden sie im Mittelalter weitergeführt.

Die Ausstellung der Schatzkammer stellt die Sieben Freien Künste im Spiegel hochwertiger Originale vor. Höhepunkte sind eine Reproduktion aus dem berühmten „Hortus deliciarum“ (Straßburg) sowie das Original der „Gemma Constantiniana“ (Leiden). Die Miniatur der Straßburger Handschrift wird erstmalig außerhalb von Frankreich gezeigt. Die kunstvoll geschliffene Gemme stammt aus der Spätantike. Sie zeigt motivische Parallelen zum Stein des Trierer Ada-Evangeliars. Die weiteren Ausstellungsstücke stammen aus den Trierer Klöstern des Mittelalters, bedeutenden Zentren der Vermittlung antiker Bildung an die eigene Zeit.

Gedruckter Katalog auf Deutsch und Englisch. Audioguide auf Deutsch.

Führungen und Familienführungen auf Vorbestellung.

 
Bildergalerie
  • Hortus deliciarum: Miniatur Die Sieben freien Künste, Entstehung: Original ca. 1175/95, Kloster Odilienberg, Elsass. Reproduktion 19. Jh. Straßburg, Médiathèque André Malraux, Sign. A 481. Abb.: Fol. 32r (Septem artes liberales)
  • Auf Zahlen basierende Kunst: Musik. Schmuckinitiale aus einem Antiphonar, Melodie in Neumen (Wissenschaftliche Bibliothek der Stadt Trier, Hs. 411/1725 2°, fol. 100v)
  • Auf Zahlen basierende Kunst: Astronomie. Autograph Jakob Martini (Wissenschaftliche Bibliothek der Stadt Trier, Hs. 1066/1256 8°, fol. 153v)

Kontakt Schatzkammer

Schatzkammer
Weberbach 25
54290 Trier

Wo?

Öffnungszeiten:
Di-So 10.00-17.00 Uhr
Mo geschlossen
Sonderöffnungstag: Mo, 03.10.2022: 10.00-17.00 Uhr

Ansprechpartnerin:
Frau Walburga Hillen-Horsch
Telefon Mo-Fr: 0651/718-1427/29
Telefon Sa-So: 0651/718-3427
Telefax: 0651/718-1428

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