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Das Fortwirken Roms in der Bildungsgeschichte des Mittelalters

Michael Embach: Das Fortwirken Roms in der Bildungsgeschichte des Mittelalters. Regensburg: Schnell und Steiner, 2021. - Im Bild: Lehrbuch der lateinischen Sprache. Nürnberg, 1490 [Wiss. Bibl. der Stadt Trier, Inc 210 8°. Foto: Anja Runkel]
Michael Embach: Das Fortwirken Roms in der Bildungsgeschichte des Mittelalters. Regensburg: Schnell und Steiner, 2021. - Im Bild: Lehrbuch der lateinischen Sprache. Nürnberg, 1490 [Wiss. Bibl. der Stadt Trier, Inc 210 8°. Foto: Anja Runkel]

Michael Embach: Das Fortwirken Roms in der Bildungsgeschichte des Mittelalters. Regensburg: Schnell und Steiner, 2021. 214 S., zahlr. Abb.

Der reich bebilderte Katalog stellt 77 Exponate vor, die das Thema veranschaulichen und erläutern. Ausgangspunkt ist die These, dass der Untergang des Römischen Reiches keinen vollständigen Verlust nach sich zog. Zahlreiche Errungenschaften des „Imperium Romanum“ überdauerten den Wechsel der Zeiten. Vor allem auf dem Gebiet von Bildung und Kultur wurden die Leistungen der Antike begierig aufgegriffen. Das Mittelalter und die Frühe Neuzeit zeigten sich offen für die Einflüsse der antiken Welt, auch wenn das Christentum zahlreiche Anpassungen vornahm.

Der Inhalt des Katalogs richtet sich nach dem antiken Modell der Sieben Freien Künste. Dieses Modell war auch im Mittelalter noch die führende Konzeption von Bildung. Es unterscheidet Wissenschaften, die auf dem Buchstaben beruhen, und Wissenschaften, die auf der Zahl beruhen. Die ersteren sind Grammatik, Rhetorik und Dialektik, die letzteren Musik, Arithmetik, Geometrie und Astronomie. Zu jeder einzelnen Disziplin zeigt der Katalog kostbare Handschriften und frühe Drucke. Alle Exponate werden durch Text und Bild erschlossen. Es entsteht ein Panorama der antiken Geistigkeit in den Epochen von Mittelalter und Früher Neuzeit. Hierbei wird deutlich, dass das Fortwirken Roms auch über die arabische Welt verlief. Viele Texte der Antike waren lange Zeit nur in arabischer Sprache zugänglich. Erst dann wurden sie in Latein und die Volkssprachen übersetzt.

Der Einleitungsteil stellt die politischen und künstlerischen Grundlagen für das Weiterwirken der Antike dar. Ein Herrscher wie Karl der Große etwa fühlte sich als Nachfolger der römischen Kaiser. Die Kunst der Franken und Ottonen wiederum griff in großem Stil auf antike Vorbilder zurück. Zwei Spitzenstücke der Ausstellung werden im Katalog besonders gewürdigt. Die „Gemma Constantiniana“, ein geschliffener Stein mit der Familie Kaiser Konstantins, stammt wie der Stein im Deckel des Ada-Evangeliars aus dem frühen 4. Jahrhundert. Er wird heute in Leiden aufbewahrt. Und eine Reproduktion der mittelalterlichen Handschrift des „Hortus deliciarum“ zeigt die berühmteste Abbildung zu den Sieben Freien Künsten aus dem Mittelalter. Bildung und Kultur erscheinen als das eigentliche Erbe der Antike.

Der Katalog ist zum Preis von 29,95 € im Buchhandel erhältlich.

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